Zucht und Zuchtziel

Welches sind die echten und die unechten Evolèner? Diese Frage beschäftigt im Wallis nach wie vor sehr stark. Für die Evolèner-Viehzuchtgenossenschaft ist die Lage aber klar. Im Val d'Herens sind die Evolèner sehr lange unverkreuzt mit Eringern erhalten geblieben. Diese Tiere haben die intensive Selektion auf die Kampfleistung der Eringer nicht mitgemacht und sind ursprünglich geblieben. Die jüngste Popularität der Evolèner hat zum Herauskreuzen von so genannten Evolènern aus Eringern geführt. Äusserlich sehen sich diese neunen Tiere ähnlich. Sie haben aber wenig mit über Tiergenerationen erhaltenen Evolènern des alten Typs zu tun. Falls eine Blutauffrischung nötig wird, sind die Valdostana pezzata nera ganz bestimmt besser geeignet.

Die Devise heisst weiterhin: Nur was von der Evolèner Kuh und dem Evolèner Stier abstammt ist reinrassig und anzuerkennen. Massgebend dafür sind die Herdenbücher der Zuchtvereine EVZ und EZV.

Oberstes Zuchtziel ist sowohl beim EVZ wie beim EZV die Erhaltung der Rasse gemäss dem Rassestandard in ihrem ursprünglichen Gebiet, dem Wallis. Das Ziel soll mit einer traditionellen Haltung in kleinen Beständen und mit Alpung im Sommer erreicht werden. Besonderes Augenmerk wird auf die Reinzucht und auf eine möglichst grosse genetische Breite durch den Einsatz vieler Stiere gerichtet.

Das Evolèner Rind soll ein robustes, alptüchtiges, milchbetontes, kleinrahmiges Zweinutzungstier mit einem feinen, aber kräftigen Körperbau sein. Insbesondere werden folgende Punkte zum Ziel gesetzt.
1. Widerstandkraft, Geländegängigkeit, Trittsicherheit, Gesundheit, frei von Erbfehlern sowie Langlebigkeit

Das Ziel ist ein robustes, unkompliziertes und trittsicheres kleinrahmiges Rind, das möglichst wenig Haltungsprobleme verursacht.

2. Hervorragende Alptüchtigkeit

Das Evolèner Rind soll hervorragend geeignet sein für die Sömmerung auf hohen und extremen Alpen und auch unter extremen Haltungsvorsaussetzungen auf mittlerem Niveau leistungssicher sein.

3. Gute Milchleistung mit guter Melkbarkeit und hygienisch einwandfreier Milch

Angestrebt werden eine, der Körpergrösse entsprechend, gute Milchleistung, zweckmässige Euterform und eine gute Melkbarkeit

4. Mittlere Fleichleistung und gute Schlachtausbeute

Als kleinrahmiges, alptüchtiges Zweinutzungsrind soll die Fleischleistung trotz kleinem Körpergewicht nicht ausser acht gelassen werden. Eine gute Bemuskelung wird bei Kuh und Stier angestrebt. Die Nachkommen von Milchkühen sollen für die Mast geeignet sein.

5. Leichte Geburten

Geburten ohne menschliche Hilfe und ohne Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane der Kuh.

Weiter, detaillierte Unterlagen zur Leistungsprüfung, Exterieurbeurteilung, usw. können beim EZV bezogen werden.